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Prag - Verzaubert an der Moldau

Es gibt Städte, in die man sich schon verliebt, ehe man dort gewesen ist. Weil bereits der Klang ihres Namens tausend Bilder im Kopf entstehen lässt. Eine solche Stadt ist Prag. Auf den ersten Blick eine europäische Metropole wie Paris oder Wien - aber auch eine verzauberte Gegenwelt mit windschiefen, erkerverzierten Häuschen, verwinkelten Gässchen und prachtvollen Palästen, bevölkert von Gestalten, die direkt aus den Romanen Franz Kafkas zu kommen scheinen. Ein Ort zwischen Rokoko, Barock, Jugendstil und dem 21. Jahrhundert, an dem die Zeit keine Rolle zu spielen scheint.

Besonders jetzt in der Winterzeit, wenn die Prager Dächer Weiß tragen und der Schnee auf der Karlsbrücke jedes Geräusch dämpft, entfaltet die Stadt ihren ganzen Zauber und zeigt sich von ihrer romantischen Seite.

 

 

Sightseeing

Stolzer Zeuge jahrtausendealter Geschichte
Prag wurden im Laufe der Zeit viele Namen verliehen - unter anderem die "Goldene" oder die "Hunderttürmige Stadt", weil sich an diesem kleinen Fleckchen im Herzen Europas historische Baudenkmäler aller Epochen mit zahlreichen Kirchturmspitzen und Kuppeln finden. Besonders herausragend im Prager Stadtbild ist die Prager Burg Hradschin, die erhaben auf einem 70 m hohen Hügel an der Moldau thront. Die von den Przemysliden bereits gegen Ende des 9. Jahrhunderts errichtete Burg - heute das Wahrzeichen Prags - ist in ihrer jetzigen Gestalt das Ergebnis zahlreicher Erweiterungen und Veränderungen, von denen die bedeutendsten in der Spätgotik sowie im Spätbarock und Frühklassizismus erfolgten. Von dieser Burg aus regierten bedeutende Männer wie König Wenzel III., Kaiser Karl IV., König Ferdinand I. oder Kaiser Rudolf II. - heute ist sie der Amtssitz des tschechischen Präsidenten.

Ganz schön goldig
Das Goldene Gässchen, eine direkt an der Burgmauer entlangführende malerische Gasse mit farbenfrohen, winzigen Häuschen, gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Prags - nicht zuletzt wegen eines Mythos: Hier sollen im 16. Jahrhundert im Auftrag Rudolfs II. die Alchimisten daran gearbeitet haben, künstliches Gold zu erzeugen. Von 1917 bis 1918 lebte und arbeitete in der Hausnummer 22 der Schriftsteller Franz Kafka.

Der Wächter über Zeit und Sterne
In Prag gibt es einen besonderen Wächter über die Zeit - die astronomische Aposteluhr, von den Einheimischen auch Orloj genannt. Dieses technische Meisterwerk ziert den Altstädter Rathausturm und zeigt nicht nur Uhrzeit, Tag und Monat an, sondern auch den Sonnen- und Mondstand. Immer zur vollen Stunde öffnen sich die beiden Fenster über der Rathausuhr und lassen die zwölf Apostel vorbeiziehen. Dass dem Orloj eine geradezu magische Bedeutung beigemessen wird, liegt vielleicht in seiner Entstehungsgeschichte begründet. Der Uhrmacher Hanus, der die Uhr 1490 fertiggestellt hat, wurde kurz danach von den Stadträten geblendet - sie fürchteten, er könne ein weiteres, vergleichbares Wunderwerk der Technik vollbringen. Aus Rache bestieg er kurz vor seinem Tod den Turm und setzte den Mechanismus außer Kraft. Erst 70 Jahre später konnte dieser repariert werden. Trotz ihres stolzen Alters von etwa 600 Jahren ist die Uhr nach wie vor ein Muster an Präzision - sie weicht maximal 45 Sekunden pro Woche ab.

Auf der Moldau gebettet
Im Gegensatz zu vielen anderen Metropolen liegt Prag zwar nicht am Meer, dafür schmiegt sie sich an die Hügel zu beiden Seiten der Moldau. So kommen Liebhaber sanften Wellengangs hier trotzdem auf ihre Kosten. Denn in Prag erwartet alle, die sich von den Strapazen des Touristenalltags erholen möchten, ein Wasserbett der besonderen Art: im Botel Admiral Prag. Dieses zum Hotel umfunktionierte Schiff liegt am linken Moldau-Ufer zwischen Vysehrad und Palackybrücke vor Anker und bietet mit 87 Zimmern nicht nur beste Aussichten auf eine erholsame Nacht, sondern auch den direkten Blick auf die Prager Brücken und das historische Zentrum. Genau das Richtige für Prag-Begeisterte und reisende Romantiker.  

Kultur

Ein Museum mit gutem Geschmack
Wer die tschechische und speziell die Prager Tradition richtig kennen lernen möchte, kommt am Prager Biermuseum der Brauerei Staropramen (Alt-Quelle) nicht vorbei. Hier kann man nach einem ausgedehnten Stadtbummel bei einer Führung durch den Gär- und Lagerkeller einen Einblick in die Geheimnisse der tschechischen Brauart bekommen und sich bei der anschließenden Bierverkostung von der Qualität des weltberühmten Gerstensaftes überzeugen.

Ganz in Schwarz, ganz phantastisch
Wenn Sterne aus dem Dunkel auftauchen, ein Zirkel vor den Augen der Zuschauer Ballett tanzt und Puppen sich auf der Bühne scheinbar selbständig bewegen, sind Sie im Prager Schwarzen Theater gelandet. Das Theater von Jiri Srnec gehört seit seiner Gründung 1961 zu den berühmtesten Repräsentanten der tschechischen Theaterkunst. Das Prinzip, das ihm zugrunde liegt, beruht auf dem spielerischen Ausnutzen eines einfachen Tricks - des so genannten "schwarzen Kabinetts". Hier sind die schwarz gekleideten Akteure vor schwarzem Hintergrund nicht sichtbar - ihre farbigen Requisiten jedoch scheinen ein Eigenleben zu entwickeln und sich von selbst bewegen zu können. Mit viel Geschick, Ideenreichtum und Akrobatik verzaubern die Künstler des Schwarzen Theaters alle Zuschauer, die ihre Phantasie gerne herausfordern.  

Eat & Drink

Wo das Glas immer halb voll ist
Wie schon die Franzosen, die den Begriff des Savoir-Vivre geprägt haben, wissen auch die Prager zu leben und fanden für sich ebenfalls ein passendes Wort, das gleichzeitig auf ihre böhmische Herkunft verweist: Bohemiens. Was für die Franzosen der Rotwein und Ente à l’Orange ist, sind für die Tschechen Knödel (knedliky) und ihr Bier. Im Gegensatz zu den bayerischen Knödeln werden die tschechischen Spezialitäten im heißen Zustand mit einem Faden zerteilt und als dampfende Scheiben serviert. Passenderweise wird dazu ein echt tschechisches Pils getrunken - einem wahren Nationalgetränk, schließlich gehören die Tschechen zu den Völkern mit dem weltweit höchsten Pro-Kopf-Konsum. Nicht verwunderlich, dass die Stadt Pilsen (Plzen) mit ihrem Namen als Qualitätssiegel für gutes Bier steht und Budweis (Budejovice) als Geburtsstätte weltbekannter Biere berühmt geworden ist.  top

Nightlife

Freude muss sein
Dass immer mehr junge Tschechen ihre Hauptstadt der Provinz vorziehen, beweist der Altersdurchschnitt der Prager Bevölkerung, der gerade mal bei 39 Jahren liegt. Und das ist wiederum der beste Beweis dafür, dass die Moldau-Metropole nicht nur auf eine jahrtausendealte Geschichte zurückblickt, sondern gleichzeitig auch eine Stadt ist, in der die Gegenwart und die Zukunft Raum findet. Wer das moderne Prag hautnah erleben möchte, sollte eines der angesagtesten Prager Lokale aufsuchen: die Radost Lounge. In diesem In-Treff für Künstler, Filmemacher und Nachteulen kommt auf asymmetrischen Sofas und Sesseln im zebragestreiften Neokolonialstil die Prager Boheme bei einem Café au Lait zusammen. Im Hinterzimmer gibt es wechselnde Ausstellungen junger Prager Künstler. Ein besonderer Ort, dessen Name Programm ist: "Radost" heißt nämlich im Tschechischen so viel wie "Freude". 

Specials

Keine Angst vor dem Golem
Wenn sich die Goldene Stadt im Herbst und im Winter in Nebel gehüllt präsentiert, wundert man sich nicht mehr darüber, dass manche Prager behaupten, es spuke in dieser Stadt. Eines dieser "Gespenster" hat es sogar zu Weltruhm gebracht: Der Golem, den Rabbi Löw aus Lehm modellierte und der die jüdische Gemeinde beschützen sollte. Immer wenn der Rabbi einen Auftrag für ihn hatte und ihm ein mit Zauberformeln beschriebenes Pergament in den Mund legte, erwachte der Riese zum Leben und patroullierte durch die dunklen Gassen des Judenviertels, um Schuldige auszumachen und zu bestrafen.  

 

Quiz

Wie gut kennen Sie Prag?

Frage 1
Wie heißt die berühmte astronomische Aposteluhr in Prag?
a.) Ahoj
b.) Orloj
c.) Joj

Frage 2
Was versuchten Prager Alchimisten unter Rudolf II. herzustellen?
a.) Künstliches Gold
b.) Künstliche Gelenke
c.) Kunstfaser

Frage 3
Wo kann man in Prag besonders romantisch übernachten?
a.) In böhmischen Dörfern bei Prag
b.) Unter der Karlsbrücke
c.) Im Schiffhotel "Botel Admiral"

Frage 4
Wofür wurde Staropramen weltberühmt?
a.) Für die meisten Streiks
b.) Für das köstliche Bier
c.) Für die attraktiven Mitarbeiterinnen

Frage 5
Was ist das Wahrzeichen von Prag?
a.) Prager Burg
b.) Prager Bus
c.) Prager Bier
 

 

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